Demenz-Gedanken: Die Sache mit der Ordnung

Wer einen alten Angehörigen pflegt, aber nicht mit ihm in der selben Wohnung lebt, kennt vielleicht die unangenehme Situation, dass Räume nicht mehr gleich wie früher gepflegt werden können. Das Auftreten des Angehörigen verändert sich. Er oder sie achtet nicht mehr auf gepflegte Kleidung oder vernachlässigt die Körperpflege.

„Ordnung ist das halbe Leben“, heisst es. Doch was ist, wenn ein alter Angehöriger seine Wohnung langsam zumüllt und auch sich selber verwahrlosen lässt?

Das Phänomen des Sich-nicht-mehr-selber-Pflegenkönnens betrifft nicht nur alte, demenzkranke Menschen. sondern tritt bei allen möglichen Erkrankungen auf, unabhängig vom Alter. Vielleicht kennst du das Gefühl, nur noch zuschauen zu können, während ein Angehöriger seine Wohnung zumüllt und sich nicht mehr um seine Körperhygiene schert? Die Küche quillt über mit schmutzigem Geschirr, Blumen verdorren, und der Müll türmt sich im Flur. Kleider werden nicht mehr gewaschen, sondern schmutzig angezogen; Zeitungen nicht mehr weggeschmissen, und das Bad ist nur schwer begehbar. Möglicherweise beschweren sich auch Nachbarn über den Gestank und dein Angehöriger läuft Gefahr, dass der Vermieter den Mietvertrag kündigt und er auf der Strasse landet.

Als Angehöriger ist man hier in mehrerer Hinsicht betroffen. Wenn man nicht unter einem Dach lebt, kann man der Unordnung noch „entkommen“. Aber auch dann fällt Eingreifen, Hilfe holen, schwer. Denn wer gibt schon gerne zu, dass ein Verwandter seine Wohnung zumüllt? Wie kann man das ansprechen? Wie kann man diese schwierige Situation verändern? Soll man es überhaupt?

Folgende Punkte scheinen mir wichtig:

Menschen, die sich vernachlässigen, vereinsamen auch oft. Wenn du als Angehöriger (noch) da für sie bist, kann das die Situation wesentlich entspannen.

Versuch, dich auf die Beziehung zu deinem Angehörigen zu konzentrieren und nicht auf die Unordnung. Wohnungen und Gegenstände sind das eine. Aber es geht hier doch auch um einen geliebten MENSCHEN.

Du kannst das Problem „Chaos in der Wohnung“ nicht alleine lösen. Meistens ist der Angehörige ungehalten, wenn du Unordnung in der Wohnung oder sein Auftreten ansprichst oder versuchst aufzuräumen. Auch er oder sie lebt sein eigenes Leben. Du bist nicht dafür verantwortlich.

Sprich mit dem Hausarzt deines Angehörigen. Die Spitex hat Angebote, Menschen in solchen Situationen zu unterstützen: zu putzen, helfen aufzuräumen, Unterstützung bei der Körperpflege zu bieten oder auch einfach mal nur zuzuhören.

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