Meine Literaturliste zu den Themen Sterben, Tod und Trauer

Endlich komme ich dazu, eine Liste über meine wichtigsten und liebsten Bücher zum Thema Trauern zu schreiben.

Die beiden Bücher von Jorgos Canacakis „Ich begleite dich durch deine Trauer“ und „Ich sehe deine Tränen“ haben mich nach dem Tod meiner Mutter vor über zehn Jahren sehr getröstet. Der Autor schafft es durch seine mitfühlende Sprache, seine eigenen Trauererfahrungen und die kurzen Kapitel, dass sich die Leserin auf das Thema einlassen kann. Für mich auch heute noch unverzichtbare Literatur!

Verena Kast schrieb mehrere Bücher übers Trauern und vor allem die neuen Lebensmöglichkeiten. Ihre Fähigkeit, hochkomplexe psychische Erlebnisse in einfacher, gut verständlicher Sprache zu formulieren, begeistert mich heute so wie vor 20 Jahren. Ich mag „Trauern“ und „Sich einlassen und loslassen“ sehr und empfehle diese Bücher gerne weiter.

Im März 2007, ein halbes Jahr vor dem Tod meiner Mutter, las ich zum ersten Mal „Weder Tag noch Stunde – Nachdenken über Sterben und Tod“ der Publizistin Klara Obermüller. Damals hat es mich berührt. Nach dem Tod meiner Mutter las ich es erneut, sehr viel langsamer, denn nun hatte ich das Gefühl, jeden Satz einzeln lesen zu wollen. Klara Obermüller schreibt wunderbare Texte. Mit diesem Buch rührt sie an Gefühle, regt den Intellekt an und macht Mut mit ihrer Ehrlichkeit in Sachen Sterben und Tod.

Ich bemerkte beim Tod meiner Mutter, dass mir/uns eine Trauerkultur fehlte. Auf der Suche nach Antworten stiess ich auf das wunderschön gestaltete Buch „Schwester Tod – Weibliche Trauerkultur, Abschiedsrituale, Gedenkbräuche, Erinnerungsfeste“ von Erni Kutter. Eine Entdeckung und ein grosser Trost!

Das Buch „Trauern mit Leib und Seele – Orientierung bei schmerzlichen Verlusten“ von Klaus Onnasch und Ursula Gast mochte ich, weil es sehr informativ ist und beispielsweise aufzeigt, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir trauern, als auch den Prozess des Trauerns erklärt.

„Trauerheilung – ein Wegbegleiter“ von Claudia Cardinal ist ein Buch mit Illustrationen und vielen Inputs. Sie beschreibt verschiedene Situationen und wie es den Betroffenen einige Zeit später geht. Das macht Hoffnung!

Auf das Buch von Christa Dettwiler „Zum Sterben will ich nach Hause – Ein Leitfaden für Angehörige“ bin ich per Zufall gestossen. Die Mischung aus verschiedenen Typografie-Stilen, Lyrik und dem praxisorientierten Ansatz hat mir sofort gefallen.

Ruth Eders Buch „Ich spür noch immer ihre Hand“ ist ein Buch für und über Töchter, die den Tod ihrer Mutter bewältigen müssen. Sie beschreibt darin verschiedene Lebenssituationen von Frauen, die sich mit dem Verlust der Mutter konfrontiert sehen. Ihr Buch macht trotz all der traurigen Geschichten von Sterben und Tod Mut.

„Sexualität in Zeiten der Trauer – wenn die Sehnsucht bleibt“ von Pfarrer Traugott Roser ist ein Buch für Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter. Das Buch gibt in diesen oft sehr heiklen Fragen mehr Sicherheit und Impulse.

Antje Uffmanns „Mit meiner Trauer weitergehen – 365 Wege durch die Jahreszeiten des Lebens“ begleitete mich durch mein erstes Trauerjahr nach dem Tod meiner Mutter. Der Einstieg in dieses Buch ist zu jeder Jahreszeit, an jedem Tag möglich.

2010 las ich zum ersten Mal „Oscar – Was uns ein Kater über das Leben und Sterben lehrt“ von Dr. David Dosa. Oscar ist ein Stationskater, und wenn er sich zu einem Patienten aufs Bett legt, wissen die Pflegenden, dass es so weit ist und dieser Mensch bald sterben wird. Dies ermöglicht, dass Angehörige benachrichtigt und rechtzeitig ans Sterbebett kommen können. Dieses Buch hat mich sehr berührt.

„Das Buch gegen den Tod“ ist eines von Elias Canettis unvollendeten Werken. Nach dem Tod meiner Oma tröstete es mich immer wieder. Ich konnte es jederzeit aufschlagen und lesen. Canettis Texte sind hauchzart, seine sorgsam beschriebenen Erinnerungen berühren mit jeder Faser.

Die Trauerbegleiterin Chris Paul schrieb mit „Wie kann ich mit meiner Trauer leben – ein Begleitbuch“ für Trauernde, aber noch viel mehr ein Begleit-Buch für Menschen, die Trauernde in ihrem Umfeld begleiten möchten. Sie gibt viele Anregungen für einen lebensbejahenden Umgang mit der eigenen Trauer.

Fritz Roth war Trauerbegleiter und gilt als der „Pionier des deutschen Bestattungswesens“. Sein Buch „Das letzte Hemd ist bunt – die neue Freiheit in der Sterbekultur“ war für mich eine Offenbarung. Er schreibt nicht nur übers Trauern, sondern auch über Trauerrituale und den Tod als Lehrmeister. Er macht Mut, Abschiede individuell zu gestalten, schliesslich hat man nur ein Leben – und einen Tod.

„Trauern – Trauernde Menschen in Palliative Care und Pflege begleiten“ von Erika Schärer-Santschi (Herausgeberin) ist eines jener Bücher, welches ich Pflegenden unbedingt ans Herz legen möchte. In verschiedenen Kapiteln gehen Autorinnen und Autoren wie Chris Paul, Birgit Heller und Erika Schärer-Santschi an die verschiedenen Aspekte von Trauer in der Pflege heran. Die Gestaltung des Buches ist einfach toll.

Christian Sprang und Matthias Nöllke veröffentlichten 2009 „Aus die Maus – Ungewöhnliche Todesanzeigen“ und 2010 „Wir sind unfassbar – neue ungewöhnliche Todesanzeigen”. Darin finden sich, wie die Titel schon verlautbaren lassen, spezielle Todesanzeigen, die die beiden Autoren viele Jahre lang gesammelt haben.

Peter Wilhelm, besser bekannt als „Tom, der Undertaker“ und Autor des „Bestatterweblogs“ gibt im Buch „Darf ich meine Oma selbst verbrennen?“ Antworten auf die Fragen, die viele Menschen beschäftigen und die sie (fast) niemandem zu stellen wagen. Ich mag dieses Buch sehr.

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