Rezension: Demenz – Unterstützung für Angehörige und Freunde

Dave Pulsford ist Dozent im Fachbereich Pflege der University of Central Lancashire. Rachel Thompson ist Pflegerin für Demenzkranke und leitet ein Demenzprojekt für das Royal College of Nursing. In ihrem Buch „Demenz“ bieten sie eine Hilfestellung für Angehörige und Freunde von Demenzkranken an.

Bestimmt ist es einigen von uns schon so ergangen: Man erlebt plötzlich einen langjährigen Freund, eine ältere Verwandte verändert. Die Person ist vergesslich, sucht beim Reden nach Worten. „Ist der etwa dement?“ ist dann eine Frage, die sich einem schnell stellt.

Die Autoren beschreiben in ihrem übersichtlich gestalteten Buch, wie sich die verschiedenen Stadien einer Demenz äussern und geben Anstösse, wie beispielsweise in einer späteren Phase ein Übertritt von Zuhause in die stationäre Pflege zu meistern ist. Sie schildern die verschiedensten Schwierigkeiten, auf die Angehörige gerade bei der häuslichen Pflege stossen und betonen dabei die Wichtigkeit der sozialen Unterstützung durch Freunde. Wichtig scheinen mir auch die Kapitel über Kommunikation mit Personen mit mittelschwerer Demenz, in dem die Autoren die Wichtigkeit der Validation betonen. Gerade bei diesem Thema können Angehörige und Freunde so viel ohne grossen Aufwand für die Lebensqualität ihres Demenzkranken bewirken.

Was mir sehr am diesem Buch gefällt, ist die Bejahung der Lebensfreude und der Lebensqualität. Pulsford und Thompson betonen dabei die Demenzempathie. In jedem ihrer Kapitel laden sie den Leser zur Selbstreflektion ein und teilen ihre Vorstellungen, wie man sich in einen demenzkranken Menschen einfühlen könnte.

Die beiden Autoren liefern auch Impulse, die man nicht unbedingt erwarten würde: So geben sie Gedankenanstösse über den Umgang mit Sexualität, Autofahren und Demenz und was man dabei beachten sollte. Auch das Thema Missbrauch und Misshandlung gehen die Autoren mit sehr viel Klarheit an.

Sehr sensibel beschrieben sind die Kapitel über den Umgang mit schwierigem Verhalten, Problemen bei der Ernährung, der Benützung der Toilette und Schlafstörungen. Pflegende Angehörige von Demenzkranken werden hier einige wertvolle Anhaltspunkte für sich finden können.

Nebst vielen Verhaltenstipps und Erklärungen kommt allerdings meines Erachtens der Punkt „Lebensgeschichte“, der gerade bei Demenzkranken und ihren Angehörigen so wichtig ist, zu kurz.

Ich empfehle dieses Buch all jenen, die ihren demenzkranken Angehörigen pflegen oder demenzkranke Freunde haben. Die Auseinandersetzung mit den Texten der Autoren sorgt auf jeden Fall für mehr Sicherheit im Umgang mit heiklen Themen.

Demenz
Demenz – Unterstützung für Angehörige und Freunde

ISBN 978 – 3 – 95571 – 490 – 1
Dave Pulsford & Rachel Thompson
Junfermann 2016
(Affiliate-Link)

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